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Die Zerstörung der Bernkasteler Stadtmauer im Jahre 1689 und Brand der Burg 1692 |
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| Bernkastel vor der Zerstörung der Stadtmauer (Stich von Merian) |
Einer der Wendepunkte in der Geschichte der Stadt Bernkastel ist die Schleifung der Stadtmauern mit ihren Türmen und Toren. Ihre Steine wurden zum Bau der Festung Mont Royal über Traben verwendet, bei der 5000 Fronarbeiter beschäftigt waren, die aus Orten der Umgebung zwangsweise gestellt werden mußten. 3000 Soldaten lagen bereit, um die Arbeiten gegen feindliche Störer zu schützen. Befehlshaber der Festung Mont Royal mit 200 Familien war Graf de Montal. Als Kommissar des Königs wohnte dort ein Mr. de Griselemont. Die zahlreich vertretene Soldateska unternahm von diesem Stützpunkt aus verheerende Streifzüge in die Umgegend. Dabei wurde die Stadt Cochem in Asche gelegt, die Zerstörung aller erreichbaren Burgen vorgenommen und jeder befestigte Platz berannt. Bernkastel erging es nicht besser als allen anderen Orten.26 Der Bernkasteler Pastor Nikolaus Franzen aus Wintrich (1669-1706), der vorher von 1666 bis 1669 Vikar in Cues gewesen war, berichtet im Taufbuch der Pfarrei Bernkastel im Jahre i689, Seite 401, hierüber folgendes: ,,Nota bene, daß am 18. und 19. September die Mauern und Thürm in Bernkastel raßiert worden und die Stadt zum Marktflecken wo nicht gar zum Dorf worden." Auch der Minheimer Pastor Matthias Georgi aus Wehlen (1690-1708), der ab 1683 Lehrer an der Lateinschule in Bernkastel war, notierte 1697 rückblickend in das Minheimer Kirchenbuch. ,,Von Anno 1688 sehr viel übles durch den Krieg entstanden, Paltz, Witlich, Cochem verbrent, Bernkastel demanteliert (entfestigt). Pfarrer Georgi hatte die Zerstörung der Stadttürme ein Jahr zu früh angesetzt.
Burg Landshut brennt (1692)
Ludwig XIV.(1643-1715) suchte überall festen Fuß zu fassen und alles gemäß einer regulären Verwaltung zu ordnen. Am 21. Mai 1691 wurde in Bernkastel der erste französische Amtmann eingesetzt und seitdem alle Verhandlungen in französischer Sprache geführt. Bernkastel hatte eine französische Garnison und dazu nicht selten noch Truppen im Winterquartier. Währenddessen brach am 8.Januar 1692 abends, ohne daß man die Veranlassung kennt, Feuer in dem Amtshaus auf Burg Landshut aus und legte alles in Asche.,,Sr. Durchlaucht, dem Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck (1672-17 11) zu Trier geschahe an Seltenheiten, schönen Schildereien (Gemälden) und anderen Kostbarkeiten Schaden von über siebzigtausend Reichstaler Wert. "·
Seit diesem Brand liegt Landshut in Trümmern. Montroyal wurde infolge des Ryswijker Friedens vom 30. Oktober 1697 geschleift, und das Schloß Grevenburg zu Trarbach während eines späteren Krieges im Jahre 1734 zerstört.
Quelle: Bernkastel im Wandel der Zeit, Franz Schmitt
Nachrichten an Franz - Peter Kropp