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Bernkastel erhält Stadtrecht |
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| Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte |
Er umgab auch den Flecken mit einer starken Mauer und befestigte Schloß und Ort Bernkastel derart, daß sie damals als uneinnehmbar galten.
Daher auch quittierten am 11. Mai 1284 die Brüder Lambert und Reiner, Ritter von Castel, vom Erzbischof Heinrich von Finstingen eine Entschädigung dafür erhalten zu haben, daß durch ihren Weinberg in Bernkastel der Burggraben gezogen worden war.
Dem Wunsch des Erzbischofs Heinrich von Finstingen, in der Burgvogtei Bernkastel eine freie Stadt zu gründen, muß eine bemerkenswerte Aufwärtsentwicklung Bernkastels vorausgegangen sein. Damit waren verschiedene wirtschaftliche Vorteile verbunden, aufgrund deren sich Bernkastel mit der Zeit zu einem gut besuchten Marktflecken entwickelte, in dem sich Händler, Handwerker und Kaufleute trafen.
Es lag im Zuge der Zeit, daß diese Einwohner- und Bürgerkreise auch in politischer Hinsicht emporstrebten und eine bestimmte Selbständigkeit gegenüber dem Landesherrn geltend machten. Es blieb dabei nicht aus, daß die Bewohner größerer Gemeinden in mehr oder weniger heftige Kämpfe mit dem Grund- oder Landesherrn verwickelt waren. Zwar ist von Kämpfen in Bernkastel urkundlich nichts überliefert, aber es schwelte im Laufe dieser Jahrzehnte wohl auch hier im Untergrund die Unzufriedenheit.
So ist es zu verstehen, daß schließlich der Trierer Erzbischof Boemund von Warsberg (1289-1299) dem Reichsoberhaupt, König Rudolf von Habsburg (1273-1291) auf dem Reichstag zu Frankfurt die Stadtbefreiung Bernkastels empfahl, zusammen mit Wittlich, Mayen, Montabaur, Saarburg und Welschbillig. Demzufolge geruhte am 29. Mai 1291 der König, die Bitte des Trierer Erzbischofs gern und freigebig erfüllend, gleichzeitig mit den erwähnten Ortschaften auch den Flecken Bernkastel zu einer Stadt zu erheben.
Quelle Bernkastel im Wandel der Zeit, Franz Schmitt
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