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Die Räuberbanden links und rechts der Mosel um 1800

Josef Knoop

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Schinderhannes und seine Bande auf dem Weg zur Hinrichtung

Der Räuberhauptmann Schinderhannes ist in unserer näheren und weiteren Heimat den meisten ein Begriff. Daß es aber zur gleichen Zeit außer der Hunsrückräuberbande auch eine "Eifelbande" und eine "Moselbande" gab, wissen nur wenige. Es sind nun rund 195 Jahre her, daß diese Banden ihr grausames Handwerk betrieben.

Es stellt sich unwillkürlich die Frage: Wie konnten solche Banden entstehen? Was war die Ursache?

Es ist eine Tatsache, daß zu allen Zeiten und in allen Ländern immer wieder, fast periodisch, Räuberbanden aufkommen und auch wieder verschwinden. Die Hauptursache ist meist als eine Folge von lang anhaltenden Kriegen zu sehen, da der Krieg bekanntlich der Vater alles Bösen ist.

So war es auch links und rechts der Mosel am Ende des 18. Jahrhunderts, als die französischen Revolutionstruppen das linke Rheinufer an sich reißen wollten.In unserer Heimat herrschte Kriegszustand. Es galten keine Gesetze mehr, nur das Kriegsrecht und militärische Willkür regierten. Die deutschen Behörden, die für die Sicherheit im Lande sorgen sollten, waren entweder vor den Franzosen geflohen, oder sie waren machtlos wegen der französischen Truppen, denen es ihrerseits aber auch nicht gelang, Ruhe und Ordnung im Lande herzustellen.

In Städten und Dörfern herrschte große Not unter der gesamten Bevölkerung wegen der Beschlagnahmungen und Requirierungen durch die französischen Truppen. Aus diesem Grunde nahmen vor allem die Landbevölkerung und die Bauern eine feindselige Haltung ein gegen die fremden Besetzer. Ihnen Pferde und Schlachtvieh zu stehlen galt keineswegs als Raub oder Diebstahl, sondern diese ,stillschweigende "Wiedergutmachung" war eher eine Kriegs- und Heldentat, da es sich ja um den Feind handelte.

So ist es zu verstehen, daß sich in dieser Not und Gesetzlosigkeit in unserer Heimat etwa in der Zeit von 1794 bis 1802 Räuberbanden bildeten, die im Anfang aber nicht als Räuber, sondern als Kämpfer für das Vaterland angesehen sein wollten.Die Chronisten der damaligen Zeit sprechen von drei Banden und nennen sie:

Die Eifelbande, die um den Badeort Bertrich, in der Gegend des Reiler Halses und im Kondelwald hauste.
Dazu kamen die Moselbande und die Hunsrückbande unter ihrem Anführer Schinderhannes.

Man muß allerdings bemerken, daß die Räuber oft ihr Revier wechselten, daß die Eifelbande auch die Mosel unsicher machte, weshalb sie auch oft die Moselbande genannt wird. Hunsrücker Bandenmitglieder wechselten an die Mosel und in die Eifel, während Eifeler Räuber sich auf den Hunsrück absetzten.

Es war nur noch eine Frage der Zeit, so hätten sich diese Banden vereinigt, wahrscheinlich unter der Führung des Schinderhannes. Trotz allem aber kann man bei allen Gemeinsamkeiten von einer Eifel-, einer Mosel- und einer Hunsrückbande sprechen, da jede Bande in Stil, Führung, "Leistung", Kniffen und Schlichen, auch in puncto Grausamkeiten und Verbrechen ihre eigene "Duftnote" hatte.

 

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