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Gefährliche Jagd beim Tinkeler Heiligenhäuschen

tink1.jpg (16582 Byte)Einst lebte im Hunsrück ein böser Ritter. Gegen seine Mitmenschen war er hartherzig und grausam. Arme, die um ein Almosen baten, hetzte er mit Hunden aus seinem Schloß.

Selbst Frau und Kinder behandelte er lieblos. Von Religion und Kirche wollte er nichts wissen.

Wie stets, ritt er auch an einem Sonntag nach Bernkastel zur Jagd, anstatt den Gottesdienst zu besuchen. Beim Tinkeler Heiligenhäuschen verfolgte er geraume Zeit einen kapitalen Hirsch. Das prachtvolle Tier brachte sich in Sicherheit, der vom Jagdfieber ergriffene Ritter jagte ihm nach bis in die finstere Nacht hinein.

Ein Irrlicht geisterte vor ihm her und führte ihn auf falsche Wege. Als er nicht mehr ein noch aus wusste, wurde es ihm unheimlich, und erschreckt blieb er stehen. Plötzlich zerteilte sich das dunkle Gewölk, und des Mondes Silberschein fiel auf das Waldstück.

Der Ritter stand auf der Spitze eines steil abfallenden Felsens, dicht vor einem tiefen Abgrund. Zurück konnte er nicht mehr. Die Gefahr war zu groß. Inbrünstig flehte der Ritter zum Herrn um Rettung. Gott erhörte sein Gebet.

Von unsichtbarer Hand wurde der Ritter sicher hinabgeführt, seine Haare und Bart aber waren vor Schreck schneeweiß geworden. Zum Dank für seine wunderbare Rettung ließ er auf dem Felsen das Steinerne Kreuz aufrichten, bekehrte sich und besuchte künftig an jedem Sonntag eifrig den Gottesdienst.

 

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Nachrichten an Franz - Peter Kropp