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Die Römer

Römische Villa in Veldenz

Die Schau aus himmelsnaher Vogelsicht über der Mosel auf das Areal des heutigen Großkreises Bernkastel-Wittlich hätte zur ausgehenden Römerzeit und dem Übergang zur Zeit der Frankenherrschaft eine aufschlußreiche Betrachtung geboten. Im Zuge dieses vielgerühmten Abschnittes der Mittelmosel wären damals noch viele ansehnliche Relikte des über fast ein halbes Jahrtausend hier alles beherrschenden Imperium Romanum, eines der machtvollsten Weltreiche, sichtbar gewesen. Vorzüglich Straßen, Kastelle, Wachtürme, Siedlungen waren im zuvor weithin unbewohnten keltischen Raum entstanden, wie zahlreiche, noch auf unsere Zeit überkommene steinerne Zeugenreste und Bodenfunde hinlänglich beweisen. Weinbau hatten die genußfrohen Südländer eingeführt, auch heute noch hochgeschätzte Lagen dazu erkoren.

Decimus Magnus Ausonius (310 bis 395), Prinzenerzieher am kaiserlichen Hofe zu Augusta Treverorum - Trier, rühmt in seinem uns überlieferten Reisebericht diese weingesegnete Landschaft:

 

"Gruß die, erhabene Mutter der Reben und Männer - Mosella . .. Ruhm deinem lieblichen Tale, Ruhm auch seinen Bewohnern! Fluß, dem das Reich verdankt, daß Trier zur Hauptstadt erhöht ist. Schiffe trägst du wie das Meer. Singen will ich dich, glücklicher Fluß, der durch grüne Gefilde wallt, und durch Gott dich weihn in den Fluten des Rhenus. Sei bis zum fernsten Land verherrlicht, holde Mosella!"

Doch mehr landein, in den fast gleich großen Teilen des heutigen jungen Großkreises Bernkastel-Wittlich, nördlich der Mosel dem Eifelgebirge, südlich dem Hunsrück zugehörend, war unter den Römern, auch in den ersten Jahrhunderten der Frankenzeit, nicht viel von Erschließung zu spüren - abgesehen vom Militär-Straßennetz und von Auen der dem Strom zueilen-den Bergflüßchen wie der Wittlicher Senke. Hier ist schon eine keltische, vorrömische Siedlung nachgewiesen. Den Südländern mochte wohl das Mittelgebirgsklima zu rauh, das dräuende Waldland nicht ergiebig genug sein, um sich hier wirtschaftlich-industriell zu betätigen.

Wohlhabende Römer, hohe Beamte schätzten mehr ein Leben höheren Niveaus, gleichgestellte Gesellschaft in der weithin ausstrahlenden, gutbewehrten Römergründung Augusta Treverorum - Trier. Schon in der 2. Hälfte des 1. Jh. n. Chr. hat sie sich aus einem Etappen-und Militärumschlagplatz zu einer rührigen Handelsstadt entwickelt.

Ein ganzes Jahrhundert (293 bis 395) wird Treveris - Trier Residenz römischer Kaiser, Metropole des Teilreiches West-Rom, das von Spanien über Gallien, ostwärts des Rheins bis hinauf nach Schottland reicht. Dennoch fand ein sicherlich sehr einflußreicher Römer das Ufer der lieblichen Lieser, unterhalb der Straßensiedlung Vitelliacum - Wittlich, reizvoll genug, hier einen herrlichen, eher schon feudalen Landsitz bauen zu lassen. Die Ausgrabungen brachten einen respektablen Komplex zutage.

Hier und dort stieß man im Großkreisbereich auf Landgüter, darunter auch wohl Höfe romanisierter Einheimischer keltischer Abstammung, die verstanden, auch unter fremder Herrschaft erfolgreich zu bestehen.

Doch mochten die Römer selbst sich von landwirtschaftlicher Betätigung nicht allzuviel versprochen haben. Da hatten weinbauende Moselanlieger damals bereits den besseren Teil erwählt.

Schon zu früher Römerzeit entstand am Heerstraßen- Kreuzungspunkt Lieserübergang (Hauptstraßen Andernach »Koblenz« - Mayen - Trier und Mainz - Bingen - »Mosel überquerende« Stichstraße - Wittlich - Reichsheerstraße Trier - Köln) die Siedlung Vitelliacum. Hier lag wohl auch ein Streifenposten der Straßenaufsicht, war zugleich Umspann- und Übernachtungsstation, an der sich, wie üblich, pensionierte Soldaten und allerlei Gewerbetreibende ansiedelten und aus der sich im Laufe der Zeit die ansehnliche kurtrierische Stadt Wittlich entwickelte.

Quelle: Jahrbuch Kreis Bernkastel Wittlich 1977 Vitalis Pantenburg

 

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