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Der Krieg hat ein Ende

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Fährschiff Jupp Seiler bis Sept. 1947 , Fährmann Heinrich Hammes

Trotz aller Verluste, aller Not und allem Leid, das die letzte Kriegsphase noch mit sich brachte, die eigentlichen Kampfhandlungen und die damit verbundene Gefahr einer völligen Zerstörung waren nun beendet. Die Bevölkerung, die in den letzten Wochen fast Tag und Nacht in den öffentlichen Schutzräumen sowie in den Kellern ihrer Häuser und Wohnungen Zuflucht suchte, atmete auf und konnte sich nun endlich wieder gefahrlos in ihre Wohnungen oder Unterkünfte begeben. Für alle war es auch eine fühlbare Erleichterung, daß die von den Männern des Volkssturms unter der Parteileitung noch in letzter Stunde vorbereiteten Panzergräben und Panzersperren nicht mehr in Funktion zu treten brauchten. Alles in allem bot die Stadt nach der Besetzung durch die amerikanischen Truppen ein verheerendes Bild.

Überall türmten sich die Schuttmassen, Kanalisation und Wasserleitung waren an vielen Stellen zerstört; das Bachgewölbe in der Römerstraße aufgerissen. Sämtliche Verkehrs- und Kommunikationssysteme wie Eisenbahn, Post und Telefon waren ausgefallen, ebenso auch der elektrische Strom. Dazu wurde die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten seit dem Herannahen der Front immer schwieriger. Neben der einheimischen Bevölkerung befanden sich in der Stadt Bernkastel-Kues und den benachbarten Orten noch zusätzlich über 5000 Evakuierte, vornehmlich aus der Stadt Trier, die bei uns nach der Räumung im Dezember 1944 Zuflucht gefunden hatten.

Die Wohnungsnot war sehr groß. Der Unterricht an den Schulen war schon seit einiger Zeit ausgefallen. Die Volksschulen und viele andere noch nutzbare öffentliche Gebäude waren von Flüchtlingen und Obdachlosen überfüllt. Bereits kurz vor Weihnachten hatten Teile der Verwaltung der Bezirksregierung Trier in Bernkastel-Kues Ausweichquartiere bezogen, und zwar im Gebäude des Landratsamtes sowie in der Biologischen Bundesanstalt. Ein besonderes Erschwernis seit der Brückensprengung am 11. März war das Fehlen jeglicher Verbindung über die Mosel zwischen den beiden Stadtteilen. Aus Trier war der Fährnachen ,,Jupp Seiler" ( angetrieben. Er wurde von dem damaligen Betriebsingenieur Fischer vom RWE mit seinen Leuten instand gesetzt, damit wenigstens eine notdürftige Verbindung zwischen hüben und drüben eingerichtet werden konnte. Später hat die amerikanische Besatzung eine Pionierbrücke über die Mosel geschlagen, und zwar unterhalb des damaligen Landratsamtes. Nachdem ein französischer Kriegsgefangener, der bei der Stadt als Fuhrmann beschäftigt gewesen war, mit dem letzten Pferd über Nacht kurz vor dem Zusammenbruch verschwand, besaß die Stadt auch kein eigenes Fuhrwerk mehr. Einsatzfähige Kraftfahrzeuge fehlten.

Der damalige Stadtbürgermeister Karl Wolf, der seit dem Jahre 1941 nach der Pensionierung von Amtsbürgermeister Keßler außer der Stadt Bernkastel-Kues auch das Amt Lieser in Personalunion mitverwaltet hatte, führte zunächst unter der amerikanischen Militärregierung die Verwaltung weiter. Am 28. März beriet er zum letzten Mal die eingetretenen

Ereignisse nach Besetzung der Stadt mit dem alten Stadtrat.

Quelle : am Ende das Chaos

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Nachrichten an Franz - Peter Kropp