![]() |
|
Der Mord der Eifelband auf der Sprinker Mühle |
|
![]() |
| Schinderhannes (nicht unbedingt zeitgenössig dargestellt) |
"Mit Entsetzen durchblättern wir die gegen diese Räuber verhandelten Acten. Eine blutige Szene, die unseres Erachtens ihres Gleichen nicht hat, eröffnet das schreckliche Schauspiel:
Am 7. Fructidor (August) J.IV. Morgens um 7 Uhr zeigte ein Bürger aus Meckelen dem Friedensrichter des Cantons Manderscheid an, daß beynahe die ganze Familie des Müllers Krones von Sprink ermordet worden sey. Der Friedensrichter begab sich auf der Stelle in Begleitung von zwey Wundärzten dahin, und fand die ganze entsetzliche Geschichte bestätigt.
Des Müllers Frau lag in der unteren Stube im blosen Hemd neben dem Bette über einer Backmulde mit herunterhängendem Kopfe, der fünf Hiebwunden hatte, die alle bis ins Gehirn eingedrungen waren. Außerdem war der Hals fast völlig durchgehauhen, und ein Ohr hing nur noch an einigen Fäserchen.
Der Müller Krones neben seiner Frau hingestreckt; nur mit Beinkleidern angethan, und mit vier Kopfwunden bedeckt. Der siebenjährige Knabe neben seinen Eltern todt auf seinem Lager mit dem Kopf gegen den unteren Theil des Bettes gekehrt, mit Hieben und Stichen ermordet, und seine kleinen Fingerchen umher zerstreut. In der oberen Stube lag des Müllers 23jährige Tochter ebenfalls ermordet. Sie hatte außer drei tödtlichen Kopfwunden sieben Stiche in den Rücken empfangen, und zwey Finger verloren. Ihr Haar war zum Theil im Zimmer verstreut.
Gerhard, der 17jährige Sohn des Müllers, war gegen die Absicht der Meuchel-Mörder dem Tode entronnen. Sie hatten ihn im obersten Theile des Hauses in seinem Bette schlafend gefunden und am Kopfe gefährlich verwundet, so daß ihm mehrere Zähne durchgehauen und die Zunge zum Theil gespalten war. An der linken Hand, die wahrscheinlich im Schlafe über dem Gesicht gelegen, war der Zeigefinger fast ganz abgehauen; über den Schädel selbst hatte er einen dreyzölligen Hieb.
Man war sogleich darauf bedacht, die Mörder ausfindig zu machen und zu verfolgen. Allein auch dießmal waren alle Versuche vergebens, und erst 6 Jahr später kam man nach unendlicher Mühe so weit, daß man wenigstens über seyn konnte, und es verdient bemerkt zu werden, daß alle Thäter, einen einzigen ausgenommen, wegen anderer Verbrechen auf dem Blutgerüste starben, und ihr Antheil an diesem (Verbrechen) erst nach ihrem Tode ans Licht kam. "Ans Licht des Tages hätten die Mörder auch schon früher kommen können durch einen Sohn des Müllers, den sie zwar schrecklich zugerichtet hatten, der aber am Leben blieb.
Aus Angst vor den Mordgesellen hatte er sie nicht genannt.
Am 31. August 1799 standen 13 der Räuber in Koblenz vor Gericht. Sechs wurden zum Tode verurteilt und am 17. Dezember 1799 auf dem Clemensplatz in Koblenz durch das Fallbeil hingerichtet.Nur einer war immer noch flüchtig, der sogenannte "Tuchhannes". Aber auch er wurde bald darauf "von dem wackeren Wachtmeister der Wittlicher Gendarmerie-Brigade Br. Saal gefangen genommen und aufs Schaffot gebracht.
Quelle:Jahrbuch des Kreises Bernkastel-Kues 1985
Verwandte Themen
Räuberbanden links und rechts der Mosel um
1800
Der Hunsrück profitiert heute vom Schinderhannes
Schinderhannes und kein Ende
Die Eifelbande
Die Moselbande und Peter Zughetto
Der Tod des Räubers Zughetto von der Moselbande
Die Geschichte des Schinderhannes, einem Räuber aus dem Hunsrück
Schinderhannes und der Mord auf der Baldenau
![]()
![]()