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Cusanus als Konzilstheologe und päpstlicher Diplomat |
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| Cusanus in einer Zeitgenössischer Karikatur : Der Kardinal mir dem Bettelsack füe die Ablaßgelder am Geängelband des Papstes |
Der Ruf nach einer Reform der Kirche an Haupt und Gliedern erscholl schon seit zwei Jahrhunderten in Deutschland und beschäftigte Theologen, Dichter und Politiker, ohne daß es zu einer Reform der Kirche gekommen wäre. Das Konzil von Konstanz (1414-1418) hatte zwar den Skandal beseitigen können, daß drei Päpste sich gegenseitig bekämpften, aber dafür zwei schwere Hypotheken hinterlassen.
Einerseits konnte Papst Martin V. (1417-1431) die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß das Konzil feierlich die Oberhoheit des Konzils über den Papst (Theorie des Konziliarismus) zum Glaubenssatz erhoben hatte und den Papst im Dekret ,,Frequens" (1417) verpflichtet hatte, zunächst nach fünf, dann nach sieben und dann alle zehn Jahre ein Reformkonzil abzuhalten.
Andererseits hatte das Konzil trotz Zusicherung freien Geleites den Reformator Johannes Hus als Ketzer verbrannt und damit die furchtbaren Hussitenkriege für Deutschland heraufbeschworen, mit denen der süd- und mitteldeutsche Raum über Jahrzehnte hin belastet war.
Martin V. hielt seine feierlichen Versprechungen nicht ein; erst 1431 kam es unter Papst Eugen IV. (1431-1447) zum Konzil von Basel. Kardinal Giuliano Cesarini, der Lehrer des Cusanus aus Padua, sollte das Konzil als Legat des Papstes leiten. Entgegen der von ihm beschworenen Wahlkapitulation suchte Eugen IV. das Konzil zu hintertreiben und löste es schon am 12. November 1431 wieder auf. Die Konzilsteilnehmer rebellierten jedoch und blieben.
Jede Maßnahme des Papstes hatte nun eine konziliaristische Gegenmaßnahme zur Folge. 1433 mußte Eugen die Auflösung widerrufen. An der Frage nach einem Unionskonzil für die Verhandlung mit den Orthodoxen zerbrach das Konzil am 7. Mai 1437: die (päpstliche) Minderheit verließ Basel und tagte zunächst in Ferrara und dann in Florenz weiter, und die (konziliaristische) Mehrheit blieb in Basel,erklärte Eugen IV. als abgesetzt und wählte 1439 den Herzog Amadeus von Savoyen zum (Gegen-)Papst Felix V. Erst 1449 löste sich das Basler Konzil nach dem Rücktritt Felix V. auf.
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| Nikolausfigur über dem Eingang des Cusanus-Stiftes |
Wie zur Zeit des Schismas von Avignon versuchten beide Seiten nun, wichtige Fürsten oder Denker zur Erklärung der Obödienz (Anerkennung) zu bringen. Die Stimmung in Deutschland war wegen der kirchlichen Mißstände eher gegen Rom gerichtet. Daß das Papsttum in Rom sich schließlich durchsetzte, entschied sich in Deutschland.
Nikolaus Cusanus und später auch Enea Silvio Piccolomini waren die Haupturheber des päpstlichen Sieges. Der Haß der antirömischen Partei auf Cusanus hat hier seine Wurzeln, insbesondere, weil Cusanus zuerst auf seiten des Konzils von Basel stand. Enea Silvio nannte den späteren Freund damals den ,,Herkules aller Eugenianer". Unter diesem Titel zeigt eine Karikatur aus der Zeit der Reformation Cusanus am Gängelband des Papstes, zu den Deutschen predigend.
Am Konzil von Basel traf Cusanus 1432 als Vertreter Ulrich von Manderscheids ein, der jedoch vom Konzil 1434 nicht als rechtmäßiger Trierer Erzbischof anerkannt wurde.
Der junge Theologe wurde dem Ausschuß für Glaubensfragen zugeteilt. An den Verhandlungen mit den Hussiten, die dem Konzil 1436 im Abschluß der Kompaktaten mit den Utraquisten einen großen Prestigegewinn einbrachten, beteiligte sich Cusanus
1433 mit einem, Sendschreiben an die Böhmen". 1436 legte er dem Konzil seinen Entwurf, über die Kalenderreform" vor.
Berühmt wurde er jedoch vor allem durch sein erstes Hauptwerk, "De concordantia catholica" (1433/34), in dem er einen gemäßigten Konziliarismus vertrat. 1434 verfaßte er auch den Traktat, über die Leitungsgewalt der Generalkonzilien". In seinem Werk ,,Taten des Basler Konzils" berichtet Johannes von Segovia öfters über Auftritte des Theologen, der bald in ganz Deutschland Aufsehen erregte.
Zu den Anhängern des Konziliarismus gehörten auch der fanatisch antirömische Jurist Gregor Heimburg, Enea Silvio Piccolomini (der ebenfalls seit 1432 in Basel war), der Wiener Theologe Thomas Ebendorfer und als Vertreter des Stifts Neustift Kaspar Aigner (1433/34), der spätere Propst und Freund des Cusanus. Ob die beiden schon damals zusammenkamen, ist nicht bekannt.
Der Brixner Bischof Ulrich II. Putsch (1427-1437) gehörte wie auch seine beiden Nachfolger zur Konzilspartei, noch 1446 wandten sich Abt Johannes I. Teurl von St. Georgenberg und Leonhard Wiesmair, der 1450 zum Bischof von Brixen gewählt wurde, in Tiroler Angelegenheiten an das Basler Konzil.
Über den Parteiwechsel des Cusanus wurde schon viel geschrieben. Wäre er allein aus opportunistischen Gründen erfolgt - wie ihm gehässige Gegner immer wieder vorwarfen , so wäre Cusanus mit Recht zu tadeln. Auch dieses Problem muß von der Lebenslinie des Theologen her verstanden werden.
Ihm ging es um die Konkordanz, die Eintracht in Kirche und Staat. Die zunehmende Demokratisierung und Radikalisierung des Konzils konnten einem Philosophen, der weiter dachte als die habgierigen Fürsten, die die Spaltung zwischen Papst und Konzil nur als permanenten Erpressungshebel benutzten, nicht gefallen.
Er war auch kein so wendiger Diplomat wie Enea Silvio, der nachdem er zuerst Sekretär Felix' V. gewesen war und diesen dann verließ, als König Friedrich III. ihm einen aussichtsreicheren Posten bot die antipäpstliche Koalition schließlich 1446 durch Bestechung sprengen konnte.
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| Eingang zum Cusanus-Stift |
Cusanus dachte und argumentierte immer vom Wohl der Kirche aus. Daß diese Denkweise von der breiten Masse nicht immer verstanden wurde, bezeugt z. B. der gegen ihn und seinen Landsmann, den Mainzer Kanzler Johannes von Lysura, gerichtete Spottvers: ,,Cusa und Lysura verdrehen alles Recht" (,,Cusa et Lysura pervertunt omnia jura").
Enea Silvio berichtet uns in seiner ,,Geschichte des Reichstags von Regensburg (1454)", daß dieses Sprichwort (,,proverbium") damals allgemein verbreitet war. In ähnlicher Form taucht es auch bei Peter Numagen und in einer Berliner Handschrift auf.
Schon Enea Silvio bemerkte bei seiner Schilderung des Regensburger Reichstages, daß Lysura (,,von Lieser") und Cusanus bürgerliche Moselländer von niederer Herkunft gewesen seien, die später große Karriere gemacht hätten. In der Berliner Handschrift wird das Wort ,,lesura" noch als Wortspiel (,,laesura" Rcchtsverletzung) gebraucht, so daß der Vers in seiner Abwandlung (,,O Kusa, Kusa, qualiter symphonisat tua musa? / Tu cum lesura perverlis omnia jura,'') auch übersetzt werden kann mit:
"O Kusa, Kusa, was säuselt Deine Muse? Du verdrehst mit Deinen Rechtsverietzungen alles Recht."
In einer zwischen 1444 und 1446 entstandenen Handschrift aus dem Kloster Heiligenkreuz bei Donauwörth ist der Spottvers zum Spottgedicht erweitert, in dem auch die kaiserlichen Diplomaten Heinrich Leubing und Bischof Silvester von Chiemsee sowie der Jurist Gregor Heimburg, der Augsburger Bischof Peter von Schaumberg, der Reichskanzler Kaspar Schlick und Papst Eugen IV. verspottet werden:
,,Cusa leidet Schmerzen in der Wade, weil er weiß, daß Lysura einflußreich ist. (Cusa dolet suram, quia scit valare Lysuram.) Cusa und Lysura verdrehen oft das Recht. Der Pfarrer Leubing... macht Gesetze, Die Gregor von Heimburg falsch auslegt.
Der glatzköpfige Gregor, der einst weiß war, ist jetzt schwarz geworden.... Welche Übeltaten soll ich vom Chiemseer berichten? O guter Silvester, du weißt sogar zu Fuß auf dem Pferd zu reiten! Peter von Augsburg, Dich führte er vergeblich auf Schleichwege, Er und dieser Kaspar Schlick,...Sie brachten Dich wie dein König schon vor langem dazu, die Treue zu brechen ... Felix V. aber stürzte den glücklichen Eugen ins Pech." (,,Felix felicem Eugenium proiecit in picem".)
Es wurde vermutet, daß die Spottverse auf die Franziskaner-Konventualen zurückgehen, die wie ihr Wortführer Matthias Döring zu den Anhängern des Konzils von Basel gehörten. Möglicherweise war Döring selbst der Urheber der Verse, da er auch einen ähnlichen Vers verfaßte:
"Ein gewisser Nikolaus von Kues / von dem die Muse nichts Gutes zu singen weiß".("Quidam Nicolaus de Kusa. cujus non cecinit bene Musa".)
Döring schreibt zum Beispiel auch über den Übertritt des Mainzer Kurfürsten Dietrich I. von Erbach auf die Seite des Papstes (1444), er sei dem "albernen Geschwätz seiner Kriecher ("palporum") "Cusa und Lysura" gefolgt. Döring verfaßte eine Fortsetzung der "Nova Chronica" des Dietrich Engelhus (gestorben 1434), die bis 1464 reicht.
Darin polemisiert er auch gegen die Legationsreise des Cusanus durch Deutschland (1451/52) und vergleicht das Einsammeln der Ablaßgelder des Cusanus, die Kollekte für den König von Zypern 1455 und eine weitere Kollekte, die 1456 zum Loskauf von Christensklaven vom Papst ausgeschrieben wurde, in bissiger Form mit einem Zitat des Propheten Joel.
Hier heißt es im 4. Vers des 1. Kapitels über die Heuschreckenplage:
"Was die Kohlraupe übrigließ, fraß die Heuschrecke. Was die Heuschrecke übrigließ, fraß der Grashüpfer. "
Döring wandelte dieses Bilbelzitat auf die drei erwähnten Kollekten ab:
"Was Cusanus übrigließ, fraß der Zypernablaß. Was der Zypernablaß übrigließ. fraß die Sklaven-Kollekte."
Die Spottverse und die Äußerungen Dörings zeigen zwar einerseits gewisse charakterliche Schwächen des Cusanus auf, müssen andererseits aber doch weitgehend vom Hintergrund der konziliaristischen Propaganda gesehen werden.
Cusanus suchte den Frieden in der Kirche. Er, dessen von Ramon Lull ausgehendes Harmoniedenken auf den Frieden im Glauben gerichtet war, erstrebte zutiefst die Wiedervereinigung mit der Ostkirche. Es war einer der Höhepunkte im Leben des Cusanus, als Eugen IV. ihn 1437 mit einer Delegation in das von den Türken bedrohte Konstantinopel schickte, um die Union mit den Griechen vorzubereiten.
Über Venedig und Kreta reiste er in die oströmische Hauptstadt, wo er bei den Minoriten eine Koranhandschrift erwarb und sich neben der Politik und den kirchlichen Verhandlungen auch wissenschaftlichen Studien widmete. Er brachte die Griechen zu den Verhandlungen nach Italien. Am 6. Juli 1439 konnte das Unionsdekret unterzeichnet werden.
Leider hatte die durch politischen Druck und philosophisch-theologische Disputationen ohne Fühlungnahme mit der Basis erarbeitete Union keinen Bestand. Noch heute bezeugen jedoch Theologen, daß der Kirchenbegriff des Konzils von Ferrara-Florenz viel ,ökumenischer" gewesen sei, weil Katholiken und Orthodoxe als gleichberechtigte Partner am Konzil teilnahmen und die Messe feierten - was bekanntermaßen heute nicht mehr möglich ist.
Darum ging es Cusanus, um die Konkordanz im Glauben und den Frieden im Reich. Wie kläglich nimmt sich daneben das Verhalten König Friedrichs III. und der deutschen Fürsten und Bischöfe aus, die ihre Obödienz für Geld und Pfründen verkauften! Cusanus hatte am Sieg des Papsttums über die Konzilsbewegung maßgeblichen Anteil, was ihm in den folgenden Jahrhunderten das Lob der katholischen und die Kritik der reformatorischen Bewegungen eintrug. Es ist jedoch historisch falsch erst später entstandene Kategorien auf einen Vertreter des 15. Jahrhunderts und des Spätmittelalters anzuwenden.
Der ,,Herkules der Eugenianer" vertrat in dem oft würdelosen Ringen zwischen päpstlicher Partei und dem Konzil von Basel die Sache Roms auf den Reichstagen zu Nürnberg (1438), Mainz (1439), Mainz (1441), Frankfurt (1442), Nürnberg (1444), Frankfurt (1446) und an den Kurfürstentagen zu Lahnstein (1439), Frankfurt (1447) und Aschaffenburg ( 1447). Wenige Tage vor dem Tod Eugens ZV. erklärten die deutschen Fürsten dem Papst 1447 ihre Obödienz.
König Friedrich hatte sie 1445 regelrecht verkauft; neben Geld und Privilegien erhielt er 1446 das Recht, den Brixner Bischofsstuhl zu besetzen. Das Wiener Korzkordat vom 17. Februar 1448 besiegelte dann den Sieg des Papsttums. Natürlich war Cusanus bei der ganzen Sache nicht zu kurz gekommen. Neben einer Reihe von Pfründen erhielt er am 20. Dezember 1448 die damals für einen Deutschen höchst ungewöhnliche Auszeichnung der Ernennung zum Kardinal.
Die erfolgreiche Tätigkeit des Cusanus verdeutlicht auch, wieso seine Gegner ihn verleumdeten und verfolgten. Schon 1438 eröffnete das Konzil von Basel den Prozeß gegen ihn. In der Delegation des Kardinals Albergati beim Reichstag zu Nürnberg 1438 befand sich neben dem Theologen Juan de Torquemada auch der langjährige Sekretär des Kardinals, Thomas Parentucelli. Dieser sollte zum lebenslänglichen Freund des Cusanus werden.
Parentucelli kannte Deutschland von seiner diplomatischen Tätigkeit her sehr gut. Er begriff sehr wohl, daß es den deutschen Fürsten bei ihren Forderungen nach der Reform der Kirche nicht um eine echte Reform ging, sondern nur darum, der römischen Kurie Vorteile abzuerpressen. Er sah genau, wie die Fürsten die Führungskrise der Kirche ausnutzten, um kirchliche Rechte im Innern mehr und mehr zu beschneiden.
Im ganz außerordentlichem Maße war dies in Tirol der Fall, wo der Landesfürst, der ursprünglich Vogt des Bischofs von Brixen und dessen Lehensmann gewesen war, seinen einstigen Herrn immer mehr zum ,,Hofkaplan" herunterdrücken wollte.
Als Thomas 1447 zum Papst Nikolaus V. gewählt worden war, schickte er 1450 seinen Freund Cusanus ,,ins Feuer", nämlich auf die Stelle eines Tiroler Oberhirten, um die Entwicklung der letzten zwei Jahrhunderte aufzuhalten und umzukehren.
Schon bald mußte Cusanus vor seinen Gegnern, unter denen Gregor Heimburg zu einem Wortführer wurde, auf der Hut sein. 1439 ersuchte das Basler Konzil den Mainzer Fürstentag, Cusanus in Haft zu nehmen. Es wird auch von einem Vergiftungsversuch berichtet. So ist es auch zu verstehen, daß der Theologe bald zu einer ängstlichen Natur wurde.
1440 vollendete er in Kues sein zweites Hauptwerk,, De docta ignorantia" (Vom gelehrten Nichtwissen). Auch für den Reichstag zu Frankfurt 1440 wurde er zum päpstlichen Gesandten ernannt. Seine Gegner jedoch fingen das päpstliche Ernennungsdekret ab, so daß er nicht rechtzeitig ankam.
Schon vorher hatte die Konzilspartei einen Brief des Cusanus an Thomas Parentucelli und einen Brief an die Kurie abgefangen, der einen Skandal erregete: Cusanus wollte Propst von St. Martin in Worms werden. Das Wormser Kapitel aber wollte Cusanus nicht. Daher schlug er in dem abgefangenen Brief der Kurie vor, der Papst solle ihm die Propstei für seine kirchenpolitischen Verdienste, insbesondere um die Griechenunion, unter Aufhebung des Wahlrechtes des Kapitels verleihen.
Das päpstliche Dekret sollte die unrichtige Begründung enthalten, der Papst hätte ihm die Pfründen schon zu Lebzeiten des Vorgängers versprochen. Man sieht an dieser Angelegenheit, daß Cusanus kein Heiliger war und gelegentlich das Prinzip vertrat, daß der Zweck die Mittel heilige.
Auf dem Mainzer Reichstag von 1441 trat Cusanus gegen den Konzilstheologen Johannes von Segovia auf. Die beiden großen Denker trennte nur die Konzilsfrage. Als Johannes sich 1454, erschüttert von der Eroberung Konstantinopels durch die Türken, mit der These an Cusanus wandte, man müsse den Islam auf friedlichem Wege gewinnen, gab der Brixner Bischof zustimmend zur Antwort, er sei der gleichen Meinung und habe darüber das Werk ,,Vom Frieden des Glaubens" geschrieben.
Wie bekannt Cusanus schon um 1440 war, geht auch aus dem ,,Buch der Dialoge" hervor, das damals von Enea Silvio verfaßt wurde, der bis 1444 Konziliarist war. In dem Dialog tritt auch Cusanus auf, dem von einem Gesprächspartner der Vorwurf gemacht wird, er habe die Partei gewechselt (was Enea vier Jahre später dann selbst tat).
1442 traf Cusanus beim Frankfurter Reichstag mit Enea Silvio und Thomas Ebendorfer zusammen, die König Friedrich I1I. (1440-1493) vertraten. Auf dem Nürnberger Reichstag kaufte er 1444 eine Reihe von astronomischen Geräten, die sich teilweise noch heute im St.-Nikol aus-Hospital von Kues befinden.
Es gelang ihm auch, astronomische Werke aus der von den Hussiten geplünderten königlichen Prager Bibliothek zu erwerben. 1446 gelang es Cusanus und Piccolomini, den deutschen Kurfürstenbund, der dem Papst ein Ultimatum gestellt hatte, die Absetzung der Kurfürsten von Trier und Köln wieder zurückzunehmen, zu sprengen, wobei Enea auch Bestechungsgelder einsetzte. Der Kurfürstenbund war das Werk Gregor Heimburgs gewesen. Der geniale Jurist wartete nun darauf, an Cusanus und Piccolomini Rache zu nehmen.
(Quelle Wihelm Baum Nikolaus Cusanus in Tirol, Athesia 1983)