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| Bernkastel - Kues unter amerikanischer Besatzung | |
Im November 1918 marschierten die deutschen Truppen auf ihrem Rückzug von der Westfront auch zum großen Teil durch die Stadt auf der damals wichtigsten Straße von Trier nach Bingen ins Innere des deutschen Reiches.
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| Musikpavillion am Gestade |
Unmittelbar folgten amerikanische Truppen, die die Städte und Ortschaften besetzten. Hier waren die Soldaten der 90. Division einquartiert, die aus den Staaten Texas und Oklahoma stammten. Im Hotel ,,Burg Landshut" hatten sie Hauptquartier aufgeschlagen.
Es waren rauhe - aber meist sehr gutmütige Gesellen - und viele Kinder lernten erstmals in ihrem Leben Schokolade und Bonbons kennen, aber auch die älteren Einwohner wußten gar bald, daß man gegen ,,Feuerwasser" vieles eintauschen konnte, obwohl dies strengstens verboten war, aber die Mütter konnten mit· den eingetauschten Lebensmitteln ihren Familien nach den Kriegs- und Hungerjahren ein besseres Essen auf den Tisch stellen.
Trotzdem die amerikanische Besatzung knapp sechs Monate nur in der Stadt waren, hatten sie angeordnet, daß am Gestade vor dem Kriegerdenkmal ein großer überdachter Musikpavillon aufgestellt wurde, in dem die Militärkapelle jeden Sonntag morgens um 11 Uhr konzertierte.
Am 1. Mai 1919 veranstalteten sie auf dem Cueser Werth ein Volksfest und Ende des Monats kehrten sie in ihre Heimat zurück.
Das gute Verhältnis zwischen der Bevölkerung und den amerikanischen Soldaten wurde dadurch nicht unterbrochen noch viele Jahre wurden Briefe gewechselt und manches Paket ist auch später hier angekommen.
Quelle: Festschrift Freiwillige Feuerwehr 1976